Montag, 15. Februar 2016

I love you Beth, but...

Today is finally the day the new collection by Beth Ditto launches. I was pretty excited about this, because I liked the two collections with Evans and hoped this collection would be even better without Evans trying to tone down Beth bold and cool ideas.
It's a common phrase I heared from Maite Kelly and her collection with Bon Prix as well. She would have done more/different, but alas they'd rather play safe. So without this unnecessary pressure from the retailer one teamed up with it should be a lot better, am I right?? Well, I am not so sure about that anymore and that's deeply disappointing.

But back to the recent collection. There were a lot of things that raised my hopes for this collection. To begin with Beth is fat herself and her style is pretty flawless, she follows a lot of fat babes on Instagram, likes their posts and she seems to be really interested in the community. She even asked fat fashion bloggers about their wants and needs, which is pretty much the best thing you can do if you plan to make fashion for us. Then she promised us that the collection would not stop at a UK 24 or 26 which is - well I wanted to write awesome, but actually it's really only decent and most other shops are just shitty when it comes to not excluding many fat people - but I do admit that they do pretty well at this point. A limit at US28/UK30/D58 is something I am privileged enough to find okay.

There are some huge exclusions that really do bother me though. As a teaser for the collection a shirt/dress was released, a cooperation with Jean-Paul Gaultier. I was not really into it so it didn't bother me much, that it was so expensive. Yesterday I actually said to a friend "Nah, the collection will be cheaper, it was just because it was a designer collaboration!" I wish this would be true but the worst thing about the collection is that is so (pardon my French) damn fucking expensive. I almost couldn't believe it. The cheapest piece is a legging. For 100€. (In my case it would even be 100€ plus 58€ shipping plus about 20% custom duties.) You know those things made out of a bit of fabric that even I could sew with one arm tied to my back. (I could not, but bear with me.) When I buy leggings that cost 20€ I do it with a sigh, so you can imagine how I feel. The collection is supposed to be for us, but I can't see how this would work when people can't even afford a single leggings?
I know most of the collection is made in the US, but Domino Dollhouse did the same and their clothes were a bit more expensive after that, but not to this extent.

As I am not super into the collection I can live with not buying anything, but I am sad. The collection is okay. It's nothing I have never seen and nothing I fell instantly in love with. There are some pieces I would buy if they were 150/200€ cheaper, but I expected something more. I do prefer the old Evans collections, because I think they were a lot cooler, cuter and more creative. I don't see anything that justifies the prices. Okay some pieces are made out of silk (vegans won't love this too much), but modal, rayon and nylon? Cuts that remind me of my old Beth Ditto a Evans dress and stuff I saw in several other shops? Don't get me wrong, this is my taste and if you love the collection it's okay, but I just don't. I wish I could.

This is my favourite piece of the collection.

The thing is, when I try to make a collection that makes my community happy, why would I make it so expensive only a small part can buy it? The ones that have enough money to buy the clothes are not the ones who really need a collection that includes them because they already have enough options to find clothes. I would be totally fine if Beth would be just another celeb that tries to make a bug out of their name and fans, but rather we we're told that this would be for us, because Beth asked us and understood. Given that she didn't grow up in the most wealthy circumstances I would expect something else. I know I will be seeing a lot of her clothes on privileged fatshion blogs (the ones that look exactly like fashion magazines or shiny catalogues who are a bit "body positive" at best) but these are not the spine nor heart of our community. And for once I hoped it would be different.

Let's end this with a tweet of a friend who hits the nail on the head.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Faith - Nicht noch ein Chris, aber meine neue fette Lieblings-Superheldin

Das allererste, das ich von Faith gesehen habe, war dieses Bild, das auch gleichzeitig das Cover der ersten Ausgabe ziert. Dazu jede Menge Begeisterung, dass es bald einen Comic geben wird, bei dem die Protagonistin eine Superheldin ist, die nicht dem gängigen superschlanken (Comic-)Ideal entspricht. Dabei lauern viele Klischees, die sonst gerne bedient werden, aber die Faith gekonnt umschifft. Natürlich konnte ich mir nach nur einem Band bisher nur ein erstes Bild machen, trotzdem will ich kurz aufdröseln, wie Faith bisher mit Dickenstereotypen umgeht.

Faith lebt allein in Los Angeles und geht tagsüber in Verkleidung einem Job in einer Onlineredaktion nach. Ihr Dicksein wird nicht thematisiert, sie ist einfach so. Und dabei ist es nicht mal so, dass sie lediglich minimal pummeliger gezeichnet ist, um sie als abweichend von den schlanken Figuren zu kennzeichnen. Faith hat einen deutlich erkennbaren dicken Bauch und ein Doppelkinn. Doppelkinns kommen in solchen Darstellungen ja praktisch nie vor, auch das was in den Medien so als Plus Size labelt wird hat auf wundersame Weise niemals ein Doppelkinn. Darum habe ich mich darüber fast am meisten gefreut.

Zu Beginn des Comics lernen wir, dass sie ihr restliches Superhelden-Team zurück gelassen hat und auch mit ihrem Freund Schluss gemacht hat. Es ist traurig, dass so etwas schon erfrischend zu nennen ist, wenn eine dicke Frau selbstbestimmt und anscheinend auch zufrieden lebt und mit ihrem Freund Schluss macht, statt verzweifelt auf der Suche nach Liebe zu sein, während sich dann endlich mal ein Traumprinz erbarmt und sich (trotz ihrer Figur...) mit ihr einlässt. Ihr Ex-Freund ist übrigens ebenfalls ein Superheld, in jeder Hinsicht klassisch attraktiv und muskulös.

Essen wird insofern thematisiert, als dass sie zwei Mal bei sich zu Hause auf der Couch zu sehen ist, wie sie in Shorts und T-Shirt zu Abend isst und dabei mit fernsieht oder chattet und einmal in der Mittagspause mit ihren Kolleg*innen isst.
Bisher konnte mich Faith mit ihrer positiven und offenen Art überzeugen. Ich mag sehr, dass sie Doctor Who mag und sich für Comics und Fandom-Kram interessiert. Es ist schön, eine dicke Frau in einem Comic zu sehen, die sich für ähnliche Dinge interessiert wie eins selbst, die dazu noch Superkräfte hat, Hudebabies oder (in ihrer Vorstellung) halbnackte Typen namens Chris rettet. Ich bin jedenfalls positiv gestimmt und freue mich auf den zweiten Band.

Digital könnt ihr die erste Ausgabe (englisch) ihr hier für kleines Geld herunterladen. Am 24.2. erscheint der zweite Teil.

Montag, 6. Juli 2015

I carried a watermelon purse

Nach gefühlten 17.000 Jahren gibt es endlich mal wieder einen Outfitpost von mir. Es war die letzten Tage ja nahezu unerträglich heiß und die meiste Zeit war ich froh, wenn ich möglichst wenig an hatte. Heute ging es etwas und da ich mein Outfit und mein Kleid so toll finde, habe ich die Gelegenheit direkt genutzt. In den nächsten Tagen soll es zwar bei uns in der Ecke wieder deutlich kühler werden, aber falls ihr dennoch gute Tipps sucht um als dicker Mensch den Sommer zu überleben, schaut doch mal Katrin rein.
Wo ich gerade dabei bin Werbung zu machen: Rachele hat die Fat Pals ins Leben gerufen. Ein fett- und bodypositives, feministisches Projekt um sich mit anderen Dicken zu vernetzen und schöne Dinge zu teilen und für gegenseitiges Empowerment. Ich habe mich heute endlich angemeldet und bin schon sehr gespannt!

Jetzt zu meinem Outfit. Das Kleid, das ich trage, ist tatsächlich aus dem "normalen" H&M. Eine XL, die mir bestens passt. Schon erstaunlich, dass sie tolle Oversize-Sachen machen können, zu einem okayen Preis, während für Plus Size meist nur die ollen Gurken übrig bleiben, die gleich mal 30% mehr kosten, obwohl es die gleiche Menge an Stoff ist. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft öfter mal schauen, ob ich nicht doch in Teile passe, an denen ich sonst traurig vorbei schlurfen würde. Die zuckersüßen Ketten könnt ihr auf meinem Instagram nochmal genauer sehen.

 Dress: H&M / Sandals: C&A (old) / Belt: from another dress / Bag: H&M (old) / Sunglasses: New Look / Necklace: gifted




Zum Abschluss noch Werbung in eigener Sache: Die Fatty Challenge ist diesen Monat am 19.7. und thematisch geht es wieder an den Strand. Macht gern und zahlreich mit!

Dienstag, 2. Juni 2015

Tschüssi, Andersons!

Ich habe so eben die Möglichkeit für anonyme Kommentare deaktiviert, weil das 1. meist totaler Murks ist und ich es 2. ziemlich wenig wertschätzend finde, nicht mal einen Namen anzugeben, dafür biete ich dann ungern eine Plattform. Für die paar gescheiten anonymen Kommentierer tut es mir leid, ansonsten:

Dienstag, 26. Mai 2015

Grundlagen

Es heißt ja gern, Menschen sollen da abgeholt werden wo sie stehen. Bei manchen heißt das sie aus dem Bett zu hieven und auf dem Rücken dahin zu tragen, wo sie hin sollen, während sie sich an allem fest klammern, das sie unterwegs in die Finger bekommen und dabei kratzen und beißen. So ein bisschen fühlt es sich für mich jedenfalls oft an, wenn ich versuche über Fat Acceptance zu reden und diese Erfahrung teilen auch die meisten meiner Mitstreiter*innen.

Ich glaube ja grundsätzlich an das Gute im Menschen und den durchaus vorhandenen Willen andere nicht zu verletzen und zu diskriminieren. Also zumindest bei den meisten. Sagen wir ich möchte gern daran glauben, dass die Leute einfach verblendet sind von dem was sie täglich vorgekaut bekommen und einfach noch nicht gemerkt haben, dass darunter auch ziemlich viel Quatsch ist.

Bereits vor zwei Jahren habe ich meine FAtQ geschrieben, weil du als dicker und nicht abnehmwilliger Mensch irgendwann einfach alle nervtötenden Kommentare tausend Mal gehört hast und es müßig wird immer wieder dieselben Antworten zu geben. Auch die Mädchenmannschaft hat dazu bereits ausführlich geschrieben. Aber (und dieser Satz könnte nicht perfekter beginnen) trotz all der Mühe, die sich Aktivist*innen geben, kommen immer die "Aber"-Sager. "Aber es ist doch ungesund", "aber das ist doch nicht schön, "aber in 10 Jahren wirst du darüber ganz anders denken, wenn du erst XY hast". Egal wie viele Beispiele du bringst, sie klammern sich an ihrem Aber fest, als ginge es um ihr Leben. Und das genau ist nämlich der Knackpunkt - es geht nicht um euer Leben, sondern um das der dicken Menschen, die selbst bestimmt leben wollen.

Ich musste die Tage lesen, Fat Acceptance würde ja alles verdammen, was beim Abnehmen hilft. Nun zum einen ist es tatsächlich so, dass Diäten in den allermeisten Fällen nicht langfristig wirken, zum anderen übersieht das einen wichtigen Faktor. Die meisten dicken Menschen haben viele Jahre erfolglose Diäterfahrungen hinter sich, die oft schon im Kindesalter beginnen. Es wird penibel darauf geachtet, was und wie viel die Kinder essen, das erste Fatshaming erfahren sie oft bereits von den Eltern oder nahe stehenden Verwandten. Das ist tägliche Bevormundung, tägliches "du bist nicht in Ordnung so wie du bist, du hast keine Deutungshoheit über deinen Körper".
Ihr sagt Fat Acceptance verteufelt Diäten, ich sage sie gibt den Menschen eine Alternative zum Abnehm- und Schlankheitszwang überall sonst und unterstützt sie dabei sich zu akzeptieren wie sie sind. Das wollen viele Menschen natürlich nicht hören, weil sie einfach so an das normative Schlanksein gewöhnt sind. Klar, im Fernsehen sind alle schlank, in Magazinen, Werbung, Filmen - da stören die Fettis. Das wird natürlich meist nicht so offen kommunziert und als Sorge um Gesundheit und Krankenkassenhaushalte getarnt. Deswegen gibt es ja auch so viele Memes mit sehr dicken Menschen, wo Fat Acceptance ins Lächerliche gezogen wird, weil sie auch für diese Menschen Respekt und Menschenwürde einfordert und das kann ja schließlich nicht sein, weil guck doch mal, igitt.

Es ist nicht so, dass Fat Acceptance bedeutet, das grundsätzlich niemand Gewicht verlieren oder das Bedürfnis danach haben darf. Im Gegenteil, dieses unbedingte vorschreiben wollen, wie andere mit ihrem Körper zu verfahren haben kenne ich nur von der "anderen Seite". Da wird sich angemaßt zu entscheiden, wer gesund ist und wer nicht. Jegliche Entscheidung den eigenen Körper betreffend wird angezweifelt, abgesprochen und ins Lächerliche gezogen. Fettaktivismus tut genau das Gegenteil, er bestärkt dicke und fette Menschen darin ihre eigenen Entscheidungen für sich und ihren Körper zu treffen. Er gibt uns unsere Deutungshoheit zurück. Ich verstehe nicht, wie das etwas sein kann, das abgelehnt wird. Die einzige Begründung sind Vorurteile und (ja, ich beharre auf diesem Wort) Hass.

Ihr könnt euch da für noch so aufgeklärt halten und meinetwegen sogar reißerische Bücher über das Thema schreiben, das ändert nichts daran, dass euch das nicht zusteht. Auch nicht wenn ihr selbst dick seid oder wart. Eure Bevormundung und eure Geringschätzung tragen zu einem verletztenden und beschämenden Klima bei, das Menschen psychisch und auch physisch schadet, wenn sie z.B. Essstörungen oder anderes selbst verletzendes Verhalten entwickeln, oder sich nicht trauen zum Arzt zu gehen, weil sie (berechtigte!) Angst haben dort nur auf ihr Gewicht reduziert zu werden, ohne dass wirklich nach der Ursache ihres Leiden gesucht wird.

Ein Rat der sehr gern gegeben wird ist, sich ein dickes Fell wachsen zu lassen, da doch drüber zu stehen. Wie wäre es denn mal umgekehrt? Lasst euer übergriffiges Verhalten einfach sein. Dicke Menschen wissen in der Regel dass sie dick sind. Sie haben viele viele viele "schlaue" Tipps bekommen, wie sie "ganz einfach" abnehmen können. Sie wissen, was von ihnen erwartet wird und welchem Ideal sie sich doch bitte auch annähern sollen. Ihr habt da keine neuen Einsichten zu bieten und eure ungefragte Meinung ist schlichtweg irrelevant.
Was? Wenn die eigene Meinung als irrelevant gewertet wird ist das nicht schön? Ratet mal wie schön das erst ist, wenn es darum geht, wie das eigene Leben zu führen ist.

Freitag, 22. Mai 2015

Ich fress' euren Dreck nicht, ich kotz' ihn euch vor die Füße!

Wie der Titel es bereits andeutet, bin ich sauer. Sehr. So liest sich dann auch dieser Text. Die meisten Links dienen als Grundlage und ich empfehle ihre Lektüre nur sehr bedingt. Teilweise sehr eklige Dickenfeindlichkeit. [CW] Im vorletzten Absatz, Erwähnung von Mobbing und Suizid. 

Es ist ja so, als dicke Frau, die sich weigert sich verschämt ganz unten in die Hierarchie von Körpern und Schönheit einzuordnen, die kein Interesse daran hat ihr Gewicht zu reduzieren, die sich nicht verstecken will, da passe ich einigen Leuten nicht in den Kram. Was fällt der Dicken ein? Hat sie das Memo nicht gekriegt? Doch hat sie. Jeden verdammten Tag immer wieder aufs Neue. Die Welt dreht sich quasi darum, dass dicke Menschen weniger werden sollen. Über sie können Witze gemacht werden, sie können beleidigt werden, in Schubladen gesteckt, ihr Gesundheitszustand ist öffentliche Debatte.

Dick ist doch schließlich krank, nicht wahr? Wissen wir doch alle. Sagen uns doch die Medien, die Werbung, die Forschung. Diabetesrisiko so und so viel erhöht. Mensch und die Knochen... Das kann doch nicht gut sein. Müssen wir ja alle zahlen. Scheiß fette Leute. Und dann sehen die auch noch so gar nicht perfekt aus. Tu ich zwar auch nicht, aber hey, immerhin quäle ich mich jeden Tag dafür, geht doch nicht, dass die sich einfach ohne das gut fühlen, gleich mal runter machen. Und jetzt denken die sich auch noch Fat Acceptance aus, nee das geht nun wirklich nicht. Gleich mal ausführlich aufdröseln warum das Unsinn ist. Dicke sind natürlich krank. Nicht alle. Aber generell schon. Doch sicher die meisten. Ja. ... Aber hey, ich hab doch gesagt, es sind nicht alle krank. Da ganz klein, seht ihr? Aber trotzdem ist es einfach un-ge-sund. Punkt. Das ist nun mal so. Alles andere ist nur die falsche Logik von faulen Fetten, die reden sich was ein. ICH weiß es besser. Ich hab abgenommen. Ich mach seit 2 Wochen Diät und alle sagen wie toll ich aussehe, also hab ich recht. Die können ja nur Studien verdrehen und dann erzählen sie noch die wären alle von der Diätindustrie finanziert, die machen sich doch was vor. Gleich mal einen Blogpost verfassen. ICH fühle mich ja schließlich unwohl, also breite ich das gaaaanz ausführlich aus, mit Formulierungen, die euch zeigen, wie eklig Übergewicht ist, bäh. Wenn ihr mich dann kritisiert, dann beklage ich mich fürchterlich, weil ihr mir ja vorschreiben wollt, was ich mit meinem Körper zu machen habe. Nicht umgekehrt. Neehee, ich darf euch sagen wie ungesund ihr seid und dass Fat Acceptance unnützer Mist ist, ich schreibe euch ja damit nichts vor, ich sage ja nur wie es ist.

Whoa, da ging es glatt mit mir durch. Ganz ernsthaft. Mein Problem mit der aktuellen "Debatte" ist ein ganz einfaches: Menschen, die sich selbst nicht mögen und abnehmen wollen, Menschen, die keine Ahnung haben und Menschen, die sich mehr oder weniger trauen zu sagen, dass sie ein Problem mit dicken Menschen haben, schreiben über Fat Acceptance. Das wäre ja an sich in Ordnung, wenn dabei eine sachliche Analyse von Aspekten der FA heraus käme. Was tatsächlich dabei herum kommt, sind reproduzierte Dickenfeindlichkeit, Stereotype, Vorurteile und viele eklige Menschen die begeistert Beifall klatschen, weil es den Fetten, die sich weigern klein bei zu geben, endlich mal wer zeigt. Wo doch die Medien eh schon alle auf Seiten der Dicken sind und nebenbei wird behauptet Fat Acceptance würde dünne Körper abwerten. Das ist keine Diskussion, das ist keine Analyse, das sind widergekäute Vorurteile und Dickenhass. Ja HASS. Dicke Menschen sehen sich täglich Hass ausgesetzt, wer so tut als stimme das nicht, will lieber nicht so genau hin schauen.

Mir wurde heute vorgeworfen, ich würde nur schwarz-weiß sehen und ja, in einem Punkt sehe ich nur schwarz-weiß. Wer meinen Aktivismus klein redet, wer meint er wäre nur Selbstbetrug, der hat von mir kein Vetständnis zu erwarten. Diplomatie hört da auf, wo ich meine Grundrechte und die aller anderen dicken und fetten Menschen nicht mehr verteidigen soll. Fat Acceptance ist keine fancy Modeerscheinung, sie ist wichtig, sie ist für mich sogar überlebenswichtig. Ja, das klingt dramatisch, aber ich wurde aufgrund meiner Figur schon sehr gemobbt, ich hatte praktisch keine Jugend deswegen, weil ich die meiste Zeit damit verbrachte Angst zu haben vor der nächsten Attacke. Weil ich bis kurz vor den Suizid gebracht wurde, von Menschen, die meinten dass ich das alles verdiene, weil ich dick war. JA, ich habe ein Problem damit, wenn Menschen Fat Acceptance ablehnen, weil sie damit nicht bei mir sind. Sie sind nicht auf meiner Seite. Klingt albern mit den Seiten? Nun, ich hab die Linie nicht gezogen, ich verteidige mich nur, meine nackte Existenz, die von allen Seiten angezweifelt wird. Fat Acceptance ist meine Rüstung und mein Schwert um mich zu wehren. Meint ihr euer Fat Shaming wäre gesund? Meint ihr, wenn ihr euren Ekel ausdrückt ist das gesund? Das verletzt Menschen, das schadet ihrer Psyche. Aber eigentlich sind euch die dicken Menschen auch egal, nicht wahr? Wenn sie vernünftig wären, würden sie ja schließlich ordentlich Diät halten und abnehmen und euch zustimmen. But let me tell you something:

Es geht euch nichts an, ob Dicke gesund sind, oder nicht, genauso wie es euch bei allen anderen nichts angeht. Ihr habt nicht das Recht, Menschen zu bevormunden, weil sie ein angeblich ungesundes Leben führen, während ihr selbst so tut, als wäre euch verboten worden Gewicht zu verlieren, wenn ihr das wollt. Das ist nicht wofür Fat Acceptance steht. Aber auch das ist euch ehrlich gesagt auch völlig egal, nicht wahr? Hauptsache drauf dreschen und Kritik völlig verdrehen und jammern, dass sich die "ollen hysterischen Kühe" wieder aufregen, nur weil ihr eine andere Meinung habt. Wenn eine "Meinung" diskriminiert oder Diskriminierung reproduziert ist sie eben keine einfache Meinung mehr sondern - Überraschung - Diskriminierung.

Klopft euch auf die Schultern wie ihr wollt, zieht die Fat Acceptance ins Lächerliche, macht sie schlecht, verbreitet euren Hass - wir gehen trotzdem nicht weg. If you're not with us, you can kiss my fat ass.

Samstag, 11. April 2015

Steven Universe

Eigentlich passt dieser Post nicht wirklich in meinen Blog, aber weil mir das Thema so am Herzen liegt, werde ich ihn dennoch hier posten.

Vor einigen Wochen las ich einen Namen in meiner Twitter-Timeline - Steven Universe. Das klang so weit ganz gut und als ich eine Freundin besuchte und  als wir eine Serie suchten, die wir zusammen schauen konnten, schlug ich SU vor. Wir haben uns in den nächsten 3 Tagen dann direkt 30 Folgen angeschaut. Gut, es sind kurze Folgen von ca. 11 Minuten, aber es war Liebe auf den ersten Blick und ich beglückwünsche mich, dass ich an die Serie gedacht habe.


Die kurzen Beschreibungen, die ich zu SU gelesen habe, wurden der Serie alle nicht gerecht, also fasse ich mal zusammen, was mir wichtig ist. Nicht, dass das nicht auch schon andere getan hätten.

Steven Quartz Universe ist der Sohn einer Gem (außerirdische Wesen mit magischen Kräften) und einem menschlichen Mann. Greg Universe ist Musiker, lebt in einem Van und betreibt eine Waschanlage. Ich liebe seine langen prächtigen Haare, die er trotz Halbglatze trägt. Über seine Mutter Rose Quartz möchte ich noch nicht zu viel verraten, weil es schöner (und trauriger) ist, es selbst zu sehen. Steven ist ein kleiner pummeliger Junge, der den Kristall seiner Mutter geerbt hat und einen Teil ihrer Kräfte.

Steven lebt bei drei weiteren Gems: Garnet, Amethyst und Pearl. Alle drei haben in der Serie Momente in denen sie unberechenbar oder gar furchteinflößend wirken und ebenso  Momente in denen sie sehr liebevoll und verletzlich sind. Wie eigentlich alle Figuren in der Serie werden sie differenziert und facettenreich dargestellt. Pearl ist sehr verantwortungsbewusst und vorsichtig, aber auch neurotisch. Amethyst tut am liebsten was ihr Spaß macht und schert sich nicht um die Konsequenzen, sie ist dafür aber auch partner in crime, wenn Steven Mist baut. Garnet ist mein Lieblings-Gem. Am Anfang fand ich sie etwas unheimlich und undurchschaubar, aber sie ist die, die wohl die engste Beziehung zu Steven hat, sie vertraut ihm und behandelt ihn wie eine eigene Persönlichkeit und nicht wie ein Kind.
Steven hat eine beste Freundin namens Connie. Sie ist ein ganz "normales" Mädchen, ohne besondere Kräfte und fühlt sich deswegen manchmal fehl am Platze und fürchtet dass sie nicht interessant genug ist, wo Steven doch mit den Gems immer so aufregende Dinge erlebt. Dieser zerstreut ihren Zweifel aber, weil er einfach so ein verdammt netter Junge ist. Wirklich, andere Figuren, die so sind nerven mich schrecklich, aber die Autor*innen schaffen es, ihn davon völlig frei zu halten. Steven hinterfragt Dinge. Er sieht etwas vermeintlich Böses, schaut es sich genau an und oft wird dann klar, dass er recht hat. So können auch die Jahrtausende alten Gems noch etwas von ihm lernen, nämlich Menschlichkeit, so funktioniert ihre Beziehung nicht nur in eine Richtung, denn vor allem Garnet genießt Stevens uneingeschränkte Bewunderung.

Diesen Lerneffekt gibt die Serie an Zuschauer*innen weiter. So scheinen Connies Eltern furchtbar streng und dominant zu sein, tatsächlich wird dies aber wieder relativiert und gezeigt, dass sie eigenständige Menschen sind, die sich sorgen und im Endeffekt wie alle anderen in Lernprozessen stecken. Als Connies Eltern die Gems kennen lernen, sorgen sich zunächst alle, dass sie Stevens drei Pflegemütter nicht akzeptieren, tatsächlich wird ihrer aller Fürsorge dann zum verbindenden Element. Wobei die Gems nicht in binäre Geschlechterrollen unterteilt werden. Sie wirken aber nach menschlichen Verhältnissen weiblich und werden so auch synchronisiert und nutzen weibliche Pronomen. Daraus resultiert auch eine lesbische (und von offizieller Seite eindeutig als romantisch beschriebene!) Beziehung, die gegen Ende der ersten Staffel thematisiert wird.

Hinter SU steht Rebecca Sugar, die zuvor an Adventure Time gearbeitet hat und jetzt ihre eigene Show hat, in der sie sogar noch die (großartigen!) Lieder schreibt, die meist Steven oder sein Vater singen. Gesprochen werden die drei Gems von Women of Colour und auch sonst ist das Team sehr divers und großartig. Sie haben sogar tumblr!

Bei all den großartigen Dingen, die Steven Universe leistet, kommt der Humor nie zu kurz. Es gibt jede Menge witziger und schräger Momente, die zwischen ganz viel Herzlichkeit und Liebe, aber auch Trauer und Mitgefühl immer wieder durch scheinen. Steven Universe ist eine sehr kuschelige und schöne Serie und sie hat einen großen Platz in meinem Herzen.

Wenn euch das alles nicht überzeugt hat, der Serie zumindest mal eine Chance zu geben, weiß ich auch nicht. (Schaut es euch an!!) Sie läuft auch in deutsch auf Cartoon Network.