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Donnerstag, 4. Februar 2016

Faith - Nicht noch ein Chris, aber meine neue fette Lieblings-Superheldin

Das allererste, das ich von Faith gesehen habe, war dieses Bild, das auch gleichzeitig das Cover der ersten Ausgabe ziert. Dazu jede Menge Begeisterung, dass es bald einen Comic geben wird, bei dem die Protagonistin eine Superheldin ist, die nicht dem gängigen superschlanken (Comic-)Ideal entspricht. Dabei lauern viele Klischees, die sonst gerne bedient werden, aber die Faith gekonnt umschifft. Natürlich konnte ich mir nach nur einem Band bisher nur ein erstes Bild machen, trotzdem will ich kurz aufdröseln, wie Faith bisher mit Dickenstereotypen umgeht.

Faith lebt allein in Los Angeles und geht tagsüber in Verkleidung einem Job in einer Onlineredaktion nach. Ihr Dicksein wird nicht thematisiert, sie ist einfach so. Und dabei ist es nicht mal so, dass sie lediglich minimal pummeliger gezeichnet ist, um sie als abweichend von den schlanken Figuren zu kennzeichnen. Faith hat einen deutlich erkennbaren dicken Bauch und ein Doppelkinn. Doppelkinns kommen in solchen Darstellungen ja praktisch nie vor, auch das was in den Medien so als Plus Size labelt wird hat auf wundersame Weise niemals ein Doppelkinn. Darum habe ich mich darüber fast am meisten gefreut.

Zu Beginn des Comics lernen wir, dass sie ihr restliches Superhelden-Team zurück gelassen hat und auch mit ihrem Freund Schluss gemacht hat. Es ist traurig, dass so etwas schon erfrischend zu nennen ist, wenn eine dicke Frau selbstbestimmt und anscheinend auch zufrieden lebt und mit ihrem Freund Schluss macht, statt verzweifelt auf der Suche nach Liebe zu sein, während sich dann endlich mal ein Traumprinz erbarmt und sich (trotz ihrer Figur...) mit ihr einlässt. Ihr Ex-Freund ist übrigens ebenfalls ein Superheld, in jeder Hinsicht klassisch attraktiv und muskulös.

Essen wird insofern thematisiert, als dass sie zwei Mal bei sich zu Hause auf der Couch zu sehen ist, wie sie in Shorts und T-Shirt zu Abend isst und dabei mit fernsieht oder chattet und einmal in der Mittagspause mit ihren Kolleg*innen isst.
Bisher konnte mich Faith mit ihrer positiven und offenen Art überzeugen. Ich mag sehr, dass sie Doctor Who mag und sich für Comics und Fandom-Kram interessiert. Es ist schön, eine dicke Frau in einem Comic zu sehen, die sich für ähnliche Dinge interessiert wie eins selbst, die dazu noch Superkräfte hat, Hudebabies oder (in ihrer Vorstellung) halbnackte Typen namens Chris rettet. Ich bin jedenfalls positiv gestimmt und freue mich auf den zweiten Band.

Digital könnt ihr die erste Ausgabe (englisch) ihr hier für kleines Geld herunterladen. Am 24.2. erscheint der zweite Teil.

Samstag, 11. April 2015

Steven Universe

Eigentlich passt dieser Post nicht wirklich in meinen Blog, aber weil mir das Thema so am Herzen liegt, werde ich ihn dennoch hier posten.

Vor einigen Wochen las ich einen Namen in meiner Twitter-Timeline - Steven Universe. Das klang so weit ganz gut und als ich eine Freundin besuchte und  als wir eine Serie suchten, die wir zusammen schauen konnten, schlug ich SU vor. Wir haben uns in den nächsten 3 Tagen dann direkt 30 Folgen angeschaut. Gut, es sind kurze Folgen von ca. 11 Minuten, aber es war Liebe auf den ersten Blick und ich beglückwünsche mich, dass ich an die Serie gedacht habe.


Die kurzen Beschreibungen, die ich zu SU gelesen habe, wurden der Serie alle nicht gerecht, also fasse ich mal zusammen, was mir wichtig ist. Nicht, dass das nicht auch schon andere getan hätten.

Steven Quartz Universe ist der Sohn einer Gem (außerirdische Wesen mit magischen Kräften) und einem menschlichen Mann. Greg Universe ist Musiker, lebt in einem Van und betreibt eine Waschanlage. Ich liebe seine langen prächtigen Haare, die er trotz Halbglatze trägt. Über seine Mutter Rose Quartz möchte ich noch nicht zu viel verraten, weil es schöner (und trauriger) ist, es selbst zu sehen. Steven ist ein kleiner pummeliger Junge, der den Kristall seiner Mutter geerbt hat und einen Teil ihrer Kräfte.

Steven lebt bei drei weiteren Gems: Garnet, Amethyst und Pearl. Alle drei haben in der Serie Momente in denen sie unberechenbar oder gar furchteinflößend wirken und ebenso  Momente in denen sie sehr liebevoll und verletzlich sind. Wie eigentlich alle Figuren in der Serie werden sie differenziert und facettenreich dargestellt. Pearl ist sehr verantwortungsbewusst und vorsichtig, aber auch neurotisch. Amethyst tut am liebsten was ihr Spaß macht und schert sich nicht um die Konsequenzen, sie ist dafür aber auch partner in crime, wenn Steven Mist baut. Garnet ist mein Lieblings-Gem. Am Anfang fand ich sie etwas unheimlich und undurchschaubar, aber sie ist die, die wohl die engste Beziehung zu Steven hat, sie vertraut ihm und behandelt ihn wie eine eigene Persönlichkeit und nicht wie ein Kind.
Steven hat eine beste Freundin namens Connie. Sie ist ein ganz "normales" Mädchen, ohne besondere Kräfte und fühlt sich deswegen manchmal fehl am Platze und fürchtet dass sie nicht interessant genug ist, wo Steven doch mit den Gems immer so aufregende Dinge erlebt. Dieser zerstreut ihren Zweifel aber, weil er einfach so ein verdammt netter Junge ist. Wirklich, andere Figuren, die so sind nerven mich schrecklich, aber die Autor*innen schaffen es, ihn davon völlig frei zu halten. Steven hinterfragt Dinge. Er sieht etwas vermeintlich Böses, schaut es sich genau an und oft wird dann klar, dass er recht hat. So können auch die Jahrtausende alten Gems noch etwas von ihm lernen, nämlich Menschlichkeit, so funktioniert ihre Beziehung nicht nur in eine Richtung, denn vor allem Garnet genießt Stevens uneingeschränkte Bewunderung.

Diesen Lerneffekt gibt die Serie an Zuschauer*innen weiter. So scheinen Connies Eltern furchtbar streng und dominant zu sein, tatsächlich wird dies aber wieder relativiert und gezeigt, dass sie eigenständige Menschen sind, die sich sorgen und im Endeffekt wie alle anderen in Lernprozessen stecken. Als Connies Eltern die Gems kennen lernen, sorgen sich zunächst alle, dass sie Stevens drei Pflegemütter nicht akzeptieren, tatsächlich wird ihrer aller Fürsorge dann zum verbindenden Element. Wobei die Gems nicht in binäre Geschlechterrollen unterteilt werden. Sie wirken aber nach menschlichen Verhältnissen weiblich und werden so auch synchronisiert und nutzen weibliche Pronomen. Daraus resultiert auch eine lesbische (und von offizieller Seite eindeutig als romantisch beschriebene!) Beziehung, die gegen Ende der ersten Staffel thematisiert wird.

Hinter SU steht Rebecca Sugar, die zuvor an Adventure Time gearbeitet hat und jetzt ihre eigene Show hat, in der sie sogar noch die (großartigen!) Lieder schreibt, die meist Steven oder sein Vater singen. Gesprochen werden die drei Gems von Women of Colour und auch sonst ist das Team sehr divers und großartig. Sie haben sogar tumblr!

Bei all den großartigen Dingen, die Steven Universe leistet, kommt der Humor nie zu kurz. Es gibt jede Menge witziger und schräger Momente, die zwischen ganz viel Herzlichkeit und Liebe, aber auch Trauer und Mitgefühl immer wieder durch scheinen. Steven Universe ist eine sehr kuschelige und schöne Serie und sie hat einen großen Platz in meinem Herzen.

Wenn euch das alles nicht überzeugt hat, der Serie zumindest mal eine Chance zu geben, weiß ich auch nicht. (Schaut es euch an!!) Sie läuft auch in deutsch auf Cartoon Network.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

[Rezension] Soulless - Gail Carriger

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Auf den ersten Blick hatte ich mir gar nicht so viel von Soulless versprochen, aber schon der Klappentext klang machte mich neugierig, weil er sich einfach ganz anders las als ich zunächst erwartet hatte.

Inhalt:

Das Buch spielt im viktorianischen England, hat aber ganz klare Fantasy- und Steampunk-Anleihen. Protagonistin ist Alexia Tarabotti, Halb-Italienerin, alte Jungfer (und das mit 26!) und mit einer besonderen Gabe ausgestattet, sie ist ein Preternatural. Das heißt durch ihre Berührung verlieren übernatürliche Wesen ihre Fähigkeiten und werden kurzfristig wieder zu normalen Menschen. Übernatürliche Wesen gibt es in Soulless zu Hauf, denn diese sind, natürlich behördlich registriert und anerkannt, in die Gesellschaft integriert. So ist einer von Miss Tarabottis engsten Vertrauten ein Vampir. Ein schwuler Vampir. Ein schwuler affektierter Vampir in unglaublich bunten Klamotten (er ist sehr Rokoko ;)) der am liebsten in kursiv spricht und Alexia gerne "my dearest petunia" oder auch "sugarplumiest of the plums" nennt. Lord Akeldama war dann auch eine meiner Lieblingsfiguren in ganzen Buch und hat mich sehr zum Lachen gebracht.

Miss Tarabotti selbst ist eine sehr resolute Dame, die ihre Meinung gern und offen vertritt und mit einer grauenhaften Familie gestraft ist. Ihr Vater, der ebenfalls ein Preternatural war und der ihr darüber hinaus noch ihr südländisches Aussehen und Temperament vermacht hat, ist tot und so lebt sie zusammen mit ihrer schrecklichen Mutter (einer Art unsympathischer Mrs Bennet), ihren überheblichen kleinen Schwestern und ihrem Stiefvater zusammen. Ihre Mutter schämt sich offensichtlich für ihren ersten Mann und auch für Alexia und so wurde diese ohne sie groß in die Gesellschaft einzuführen gleich zur Spinster ernannt. Sie redet ihr auch immer ein ihre Haut wäre zu dunkel und ihre Nase zu groß, was Miss Tarabotti dann so übernimmt. So quasi im Nebensatz wird dann erwähnt, dass sie deswegen mehr oder weniger verunsichert ist, aber das merkt man eigentlich kaum, vielleicht auch weil es im locker bis ironischen Grundton des Buches ein bisschen untergeht.

Einen ordentlichen Love Interest gibt es dann natürlich auch und zwar in Gestalt des BUR (eine Art Polizei für übernatürliche Wesen/Vorgänge) Chefs Lord Maccon. Der ist ein Werwolf und gerät mit Miss Tarabotti dann auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit aneinander, was immer ein sehr großer Spaß ist. Er ist immer ein bisschen muffelig (sein Beta Professor Lyall hat für schlimme Fälle immer ein Sandwich im Mantel, um ihn zu besänftigen) und hat ein ähnliches "Manko" wie sie, er kommt aus Schottland und dort lebt man ja quasi noch auf den Bäumen. Jedenfalls nach Ansicht der feinen Londoner Gesellschaft. Wenn er sich aufregt kommt der Schotte in ihm durch, was Alexia eigentlich toll findet, genauso wie er ihre üppigen Kurven und ihr exotisches Aussehen toll findet. Ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass die beiden im Lauf der Geschichte nicht die Finger voneinander lassen können. ;)

Meinung:

Ich muss gestehen, dass die Geschichte des Buches bei mir ein bisschen in den Hintergrund getreten ist. Die tollen Charaktere, die unheimlich charmante und witzige Erzählweise und das wahnsinnig stimmige Setting lassen sie ein bisschen verblassen. Ich fand das gar nicht schlimm und ich will sie auch überhaupt nicht abwerten, aber sie spielt eben nur die zweite Geige. In manchen Büchern hat man ja bisweilen das Gefühl, dass die Zeit in der sie spielen nicht richtig passt oder die Geschichte auch im Heute spielen könnte (Clockwork Angel fällt mir da leider ein, bei der das viktorianische Setting für mich sehr aufgesetzt rüber kam), aber das war bei Soulless überhaupt nicht der Fall. Gail Carriger hat ihren Roman mit vielen kleinen liebevolle Details versehen, die in sich stimmig sind und nicht nur das, sie kommentiert und beschreibt diese ironisch und in einer dermaßen charmanten Art und Weise, dass es ein wahres Vergnügen ist! Mode und Marotten lassen das Ganze authentisch und unterhaltsam wirken. Ich denke da z.B. an die Vorliebe für geschmacklose Hüte von Alexias Freundin Miss Hisselpeny.

Soulless ist ein wirklicher Lesespaß und ich musste oft sehr lachen, sogar Szenen die in anderen Büchern schnell mal ins klischeehafte abrutschen (ich spreche hier natürlich von den Stellen, wo die Herrschaften eben nicht die Finger voneinander lassen können), sind hier charmant und erfrischend anders beschrieben. Da die Autorin, wie es sich für einen ordentlichen viktorianischen Roman gehört, natürlich viel im Jargon dieser Zeit schreibt, musste ich vergleichsweise eher viele Wörter nachschlagen, aber auch wenn ich gerade keinen Online-Übersetzer zur Hand hatte, konnte ich gut folgen. Ich habe jetzt übriges ein neues englisches Lieblingswort: fisticuffs! :D

Von mir gibt es für Soulless die volle Punktzahl, unbedingt lesen! (Außerdem gibt es schon zwei Nachfolgebände, weitere sind in Planung.)

Mittwoch, 30. Juni 2010

[Rezension] Sylvia Plath - Die Glasglocke


Manche Bücher sind ein etwas schwierig zu rezensieren, weil sie einem viel abverlangen, oder weil man durch sie mehr von sich preisgeben könnte, als man eigentlich möchte. „Die Glasglocke“ ist ein solches Buch. Ich versuche es dennoch.

Inhalt:

Die „Geschichte“ (eigentlich ist es eine Autobiographie, die ein wenig verändert wurde) spielt im spießigen Amerika der 50er Jahre, das unserer Zeit an manchen Stellen allerdings erschreckend ähnlich ist, und handelt von der Studentin Esther Greenwood, die ein Stipendium an einem angesehenen College hat. Zu Beginn des Buches weilt sie in New York und arbeitet dort für eine Zeitung. Als sie für den Sommer zurück nach Hause kommt, erwartet sie dort ein Brief; sie wurde für einen Sommerkurs nicht angenommen. Kurze Zeit später versucht sie sich das Leben zu nehmen und kommt in die Psychiatrie.

Meinung:

Esthers Lebensweg scheint vorherbestimmt: College, nebenbei Steno und Maschineschreiben lernen, damit sie als Sekretärin arbeiten kann und dann ein Leben als brave Hausfrau und Mutter. Doch sie kann sich damit nicht anfreunden, überhaupt geht sie eher teilnahmslos durchs Leben. Sie schildert ihre Zeit in New York kühl und distanziert bis angeekelt. Die Partys, die anderen Mädchen mit denen sie von einem gesellschaftlichen Ereignis zum nächsten gejagt wird, all das ist nicht ihre Welt, all das erfüllt sie nicht. Die Frage was sie eigentlich will stellt sich häufiger, die Antwort findet sich eher zwischen den Zeilen. Sie will Wahlfreiheit, sie will sich nicht entscheiden müssen und sie will selbstbestimmt leben, auch wenn das bedeutet eben keine eindeutige Entscheidung zu treffen. Ihre Wahl ist die Nicht-Wahl, das gleichzeitige Nutzen zweier Alternativen. Buddy Willard, der Medizinstudent und All-American-Boy, der ihr Mann werden sollte, nannte sie deswegen neurotisch. Esther gab dies bereitwillig zu, einer der wenigen Moment im Buch, in denen ein bisschen Emotion durch ihre Fassade zu erkennen war.
Als sie schließlich über den Sommer zu Hause festsitzt, verschlechtert sich ihr Zustand sehr. Sie kann nicht mehr schlafen, ihre Verweigerungshaltung, die vorher nur in Ansätzen zu erkennen war, ist auf dem Höhepunkt. Sie sucht sich keine anderen Sommerkurse, sie ruft sogar im College an und hört sich selbst sagen, dass sie keine weiteren Kurse belegen wird. Sie versucht einen Roman zu schreiben, kommt aber nicht über die ersten Zeilen hinaus. Ihre Mutter will ihr Stenographie beibringen, doch Esther weiß keinen Beruf den sie ausüben wollte bei dem man das bräuchte. Sie überdenkt alle Möglichkeiten die sie hat und verzweifelt daran dass sie scheinbar nichts kann. In ihre Gedanken mischen sich immer öfter Überlegungen wie sie sich selbst töten kann, sie versucht sich zu ertränken, kauft sich Rasierklingen, schafft den entscheidenden Schritt allerdings erst als sie Schlaftabletten nimmt und sich in einer Nische im Keller versteckt.
Esther kommt schließlich durch ihre Gönnerin in eine private psychiatrische Anstalt, wo sie erstmalig von einer Frau behandelt wird. Die Behandlung durch einen männlichen Psychiater vorher, hatte ihr außer einer traumatischen Elektroschockbehandlung nicht weiterhelfen können.
In der Klinik werden ihre Depressionen langsam weniger, die Glasglocke, die sie von der Außenwelt abtrennt und sie gleichzeitig zum Forschungsobjekt für andere macht, hat sich angehoben und lässt einen „Luftzug“ zu ihr herein. So seltsam wie es auch klingen mag, letztendlich erreicht Esther Selbstbestimmung durch Empfängnisverhütung. So kann sie Erfahrungen machen, ohne direkt befürchten zu müssen ein Baby zu bekommen. Sie muss Buddy Willard nicht heiraten, der so bigott ist und von ihr erwartet Jungfrau zu sein, während er selbst jede Menge Erfahrungen gesammelt hat. Sie muss das Bild der Frau als unterstützendes Anhängsel eines Mannes nicht erfüllen, die zu Hause bleibt, während ihr Mann Karriere macht und sich Geliebte hält. Ihr stehen alle Wege offen.
Das mehr oder weniger positive Ende wird allerdings dadurch getrübt, dass sich Esthers reales Alter Ego Sylvia Plath letztendlich doch das Leben genommen hat.

Plaths Glasglocke ist ein wahres Meisterwerk! Sie versteht es mit ihre wunderschönen Sprache Bilder zu malen die eindrücklich sind und gleichzeitig sehr unaufdringlich. Man muss allerdings ebenso zwischen den Zeilen lesen können, denn vieles erschließt sich auch aus dem was sie nicht schreibt. Wer sich jemals in einer emotional ähnlichen Situation befunden hat, wird sicher vieles von Esther in sich wiedererkennen. Es ist eine wirkliche Schande, dass diese Plaths einziger Roman ist, mit ihr ist ein großes Talent verloren gegangen!

[Rezension] Silberlicht - Laura Whitcomb

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Inhalt:

Helen ist ein Geist, oder auch Licht, wie sie im Verlauf des Buches genannt wird. Um auf der Erde zu bleiben klammert sie sich an Menschen, ihre Bewahrer, die allesamt Schrifsteller oder Dichter sind und die sie inspiriert, indem sie ihnen während des Schreibens ins Ohr flüstert. 130 Jahre lang wandelt sie so unsichtbar, bis ihr eines Tages etwas Seltsames passiert - jemand sieht sie an! Dieser Jemand ist James, der bis vor kurzem selbst, wie Helen, ein Licht war und jetzt im Körper eines Jungen steckt, dessen Seele sich vom Körper getrennt hatte. Die Beiden sind voneinander fasziniert und fühlen sich schnell zueinander hin gezogen. Damit sie sich auch körperlich nah sein können, machen sie sich zusammen auf die Suche nach einem Körper für Helen, der ebenfalls leer ist. Sie finden Jenny, deren furchtbar religiöse Eltern sie so sehr gegängelt haben, dass sie ihren Körper verlassen hat...


Meinung:

Auf den ersten paar Seiten hat mich das Buch doch sehr verwirrt, ich wusste nicht was gerade passiert, was das alles soll und was überhaupt los ist. Ich denke das hat die Autorin absichtlich gemacht, denn schließlich weiß Helen auch zuerst nicht was mit ihr passiert, vor allem als sie ihre erste Bewahrerin findet, mir wäre es allerdings lieber gewesen, wenn es doch etwas weniger verwirrend angelegt worden wäre. Außerdem störte mich die starke religiöse Einfärbung, gut es passt zu einem Charakter aus der Zeit in der Helen lebte, aber ich fand es dann doch etwas zu viel. Religiosität und Spiritualität sind allerdings Themen, die sich sich durch das ganze Buch ziehen, was mich sehr überrascht und erstaunlich wenig gestört hat (im Allgemeinen sind religiöse Themen für mich sehr uninteressant bis nervig). Gegen Helens "reinen" Glauben, der für sie hoffen lässt und ihr Mut macht, sie aber nicht einschränkt, wird der religiöse Wahn von Jennys Eltern gestellt, die ihre Kleidung ausmessen, damit man ja keinen Zentimeter zu viel Haut sieht und ihr eigentlich alles verbieten, was nichts mit der Gemeinde zu tun hat. Wie scheinheilig das ist, zeigt sich später noch.
Die eigentlich Hauptgeschichte, ist aber die Liebesgeschichte zwischen Helen und James, die für mich sehr schön erzählt ist. Sie entwickelt sich fast automatisch und fühlt sich ganz natürlich an, so als hätten die Beiden nur darauf gewartet sich zu begegnen. Da gibt es keine überdramatischen Hindernisse, keine aufgeblähten Liebesschwüre nur zwei interessante und sehr unprätentiöse Charaktere. James ist eh ein Gentleman mit einem in jeder Hinsicht angenehmen Wesen, ich mochte ihn während des Lesens sehr!
Als Helen dann endlich - so viel sei verraten - Jennys Körper in Besitz genommen hat, fallen die Beiden auch gleich übereinander her, das ist zwar nicht unbedingt schicklich, aber es sei ihnen gegönnt. Vor allem weil sie ja ansonsten damit zu kämpfen haben sich im Leben ihrer "Wirte" zurecht zu finden und es zu schaffen, dass sie Zeit miteinander verbringen können.
"Silberlicht" ist ein sehr sehr schönes Buch mit Tiefgang, das niemals aufdringlich ist, sondern vieles eher impliziert, wo andere Bücher einem alles um die Ohren hauen. Ich habe es innerhalb von knapp 2 Tagen verschlungen (und ich bin ein eher langsamer Leser) und hatte am Ende dann doch ein kleines Tränchen im Auge. Absolute Leseempfehlung!

P.S.: Der Aufdruck vom neuen "übernatürlichen Traumpaar" ist fast schon eine Frechheit und wird dem Buch in keinster Weise gerecht!

[Challenge] Ich bilde mich weiter

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Holly hat sich diese Challenge ausgedacht und es geht darum, dass bis zum 1.1.2011 12 Bücher aus 12 Genres gelesen werden müssen, die da wären:

Biographien "Die Glasglocke" von Sylvia Plath
Fantasy/Science Fiction (Die Magier von Montparnasse - Oliver Plaschka)
Horror (H.P. Lovecraft - Schatten über Innsmouth)
Klassiker (Schöne neue Welt - Aldous Huxley)
Krimis/Thriller
Sach/Fachbücher
Dramen/Lyrik (Ariel - Sylvia Plath)
Historische Romane
Humor&Satire Soulless - Gail Carriger
Liebesroman (Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe - Rainer Moritz)
Kinder- und Jugendbücher Silberlicht - Laura Whitcomb
Romane/Erzählungen

Dazu muss jeweils eine Rezension verfasst werden. Mal schauen ob ich das schaffe. :)