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Samstag, 25. Januar 2014

Curvy is sexy - Hallo Berlin!

Anlässlich der Fashion Week in Berlin, gab es dort auch zum zweiten Mal eine eigene Plus Size Messe, die Curvy is sexy und da ich auch eingeladen wurde, war ich dabei. Da ich es irgendwie vorher noch nie nach Berlin geschafft hatte (tragisch, ich sag es euch!), war ich natürlich umso glücklicher, dass es jetzt endlich klappen sollte.
Übernachtet habe ich dann in einem Hostel in Kreuzberg, das zwar eine super Lage hatte, aber auch ein bisschen den Charme einer Justizvollzugsanstalt. Glamourös ist anders.

 Sonderlich bequem war es auch nicht, aber dafür hat es halt auch nicht viel gekostet.

Mittwoch ging es dann nach dem Frühstück (auch wieder unglamourös) mit der Ubahn Richtung Curvy is sexy. Hat auch alles super geklappt, bis auf die Tatsache, dass ich das Gebäude nicht gefunden habe und mein Handyinternet und somit auch mein geliebtes GPS nicht gingen. Daher bin ich erstmal eine halbe Stunde durch Berlin geirrt. Hmpf, sage ich da nur. Hmpf.

Als ich es dann endlich gefunden hatte, hat mich absolut bezaubernde Steffi am Eingang eingesammelt (was sehr toll für mich alte Sozialphobikerin war <3) und dann ging es auch direkt los. Ich habe so viele Bloggerinnen getroffen und auch an den Ständen so viele nette Frauen kennen gelernt, es war großartig. Leider habe ich sicher auch wieder die Hälfte der Name vergessen, das waren einfach viel zu viele auf einmal. 

Dafür ist mir aber viel tolle Mode in Erinnerung geblieben. Ich habe ja Berichte gelesen, in denen kritisiert wurde, dass es immer noch ziemlich viel altbackene Zipfelsachen gab, allerdings muss ich gestehen, dass ich davon nichts gesehen habe. Irgendwie haben alle Stände an denen ich war zwar nicht immer mit jedem Teil meinen Geschmack getroffen, aber wenn ich das, was ich gesehen habe, mit dem Zustand von vor ein paar Jahren vergleiche, liegen dazwischen Welten.
Es gibt einige neue Kollektionen, neue Marken, etablierte Marken, die auf den deutschen Markt wollen und ich habe überall sehr viel Motiviation und ehrliches Engagement gesehen. Ich denke wir sind definitiv auf einem guten Weg.

Eines der ersten Stücke, in das ich mich verliebt habe, war dieses mitternachtblaue Samtkleid (ein Träumchen, wo ich doch Samt eh so liebe) und seht ihr diese Fellstola mit der Brosche? Meine innere Diva war direkt hin und weg.


Kunstleder, Nieten, Karos, mehr davon bitte!

Es gab auch "Prominenz", auch wenn ich ehrlich gesagt am meisten an Jorges Hose interessiert war. Pailletten = Liebe. Ich hätte allerdings auch gern Menschen, die meine Haare richten oder meine Paillettenhose 2cm nach unten zupfen, wenn da was verrutscht. Okay, meistens würde mich das nur nerven, aber spannend so etwas aus der Nähe zu sehen.

Meine Fotos der Modenschau sind leider alle nicht besonders gut, dabei hatten wir so einen tollen Platz.

Noch mehr Liebe für dieses Spitzeoberteil von Zizzi. Ein kleiner viktorianischer Kragen, Spitze, lange Ärmel. Hach!

Junarose hat meine nächste Herbstjacke mitgebracht. Eine Fransenlederjacke will ich schon EWIG haben, aber wie das halt so ist, im Plus Size Bereich, auf manche Dinge muss eins einfach lange oder vergeblich warten. In dem Fall gibt es allerdings anscheinend ein Happy End und ich bin zumindest innerlich ein bisschen auf der Stelle gehüpft, als ich sie am Stand entdeckt habe.

Einen mittelschweren Girlcrush hatte ich übrigens bei der singenden Hostess und ihrem Outfit.

Steffi und Isabell inklusive Photobomb von Lu. Isabell war übrigens auf derselben Schule, die ich besuchen möchte. Ist die Welt nicht klein? (Und seht euch ihren Blog an, falls ihr den noch nicht kennt. Ich liebe ihren Stil!<3)

Sekt gab's auch. :D

Nach der Messe ging es standesgemäß und endlich mit genug Glamour in der Stretchlimousine zur Bestseller Party. Dort gab es dann unglaublich tollen Kuchen (für Kuchen bin ich ja immer zu haben) und wir haben uns noch ein bisschen in den anstehenden Kollektionen umgesehen. Gegen 23 Uhr war ich aber schon wieder im Hostel, war doch ein anstrengender langer Tag und mein unbequemes non-Glamour Bett hatte mir nicht viel Schlaf gegönnt.

Am nächsten Tag habe ich dann noch mit Mitfangirl Lucie eine Touritour durch Berlin gemacht. (Es sollte endlich das Beamen erfunden werden, es kann nicht angehen, dass überall in Deutschland so wunderbaren Menschen verteilt sind und ich die alle nie sehen kann!)
Zufällig kam am Brandenburger Tor gerade ein (Hummer-)Shuttle für die Curvy is sexy vorbei, abends hatten wir "nur" die "normale" Stretchlimo. Am Ende bin ich dann doch im Forever 21 gelandet, der im Vergleich zu Antwerpen aber echt popeligund etwas lieblos aufgemacht ist. Dafür liefert der Dunkin' Donuts, für mich Grund genug doch wirklich irgendwann mal nach Berlin zu ziehen. ;)
Das waren zwei super aufregende und spannende Tage und ich hoffe sehr, dass ich zur nächsten Fashion Week und Curvy is sexy wieder in Berlin sein kann. Dann muss ich aber unbedingt mehr darauf achten, dass ich auch alle Stände besuche, zu denen ich wollte, also früher da sein oder besser gleich 2 Tage einplanen. Und dann denke ich auch öfter daran Fotos zu machen. Ähem.
Mein komplettes Outfit und noch ein paar mehr Impressionen könnt ihr hier sehen und auch bei Jenny.

Noch ein paar abschließende, eher ernste Worte zum Schluss: Es gab ebenfalls einige Aufregung dass einige der Kollektionen bei 38 anfingen. Einerseits kann ich natürlich die Reaktion "Was? 38 ist schon Plus Size? Aber das ist doch nicht dick!" verstehen.
Natürlich ist eine 38 kein Plus Size, aber nur weil eins Teile aus einer Plus Size Kollektion tragen kann, macht das die Person nicht selbst Plus Size/dick/irgendwas anderes schlimmes und überhaupt, sehe ich es natürlich generell nicht als etwas schlimmes an dick zu sein. Schlimmer finde ich es, dass Plus Size Kollektionen teilweise schon bei 52 aufhören, wie z.B. die neue Mango Kollektion Violeta zu der Bethany bereits einen sehr guten Beitrag verfasst hat. Standard ist da 54 und je nach Schnitt und Teil falle ich mit meinen Hüften da auch schon raus. Mein Wunsch für die Zukunft ist also weiterhin, dass es aktuelle Mode gibt, die nicht ein jahr zu spät kommt und verwässert und vorteilhaft angepasst wurde und dass die Obergrenze bis zu der eins überhaupt Mode bekommt nochmal ordentlich nach oben gesetzt wird. Aber hey, ich bin optimistisch und ich bin ja, wenn alles gut läuft, in 3 Jahren Designerin, notfalls mache ich das eben selbst. ;)

Montag, 30. Dezember 2013

Fatty Fashion Fun Challenge - New year's eve

Und wieder ist Fatty Challenge! Diesen Monat sind wir etwas später, dafür näher an Silvester.


Das Thema ist "New year's eve is glitter and party". Ich glitzere zwar nicht (ich kann ja auch nicht immer glitzern), dafür habe ich mich ausnahmsweise mal ganz einem Trend verschrieben, aber er ist auch zu toll, um ihn auszulassen. Im Moment ist ja Metallic ganz schwer im Kommen und bei knallbunten, glänzenden Dingen bin ich natürlich ganz vorn dabei!
Das Outfit hat sich irgendwie ganz von allein zusammen gestellt. Die Ohrringe fand ich toll und habe sie vor 2-3 Monaten bestellt. Als ich bei We love colors (beste Plus Size Strumpfhosen überhaupt!) bestellt habe, habe ich mir zufällig aus den 3000 Farben türkis ausgesucht. Das Kleid habe ich vor ein paar Wochen zufällig im Schrank wieder gefunden, nachdem ich es 2009 oder 2010 als eines der ersten Teile von Asos Curve bestellt habe und es dann irgendwie in meinem Schrank verschwunden ist. Die Tasche gefiel mir von den 3 vorhandenen Farben am besten. Dann musste ich im Prinzip nur noch die Schuhe aussuchen et voilà!

 Dress: Asos Curve / Cardigan: New Look Inspire / Tights: we love colors / Shoes: Katzenb*rger / Earrings: New Look / Bag & Bracelet: Six



Ich habe übrigens fast eine Woche lang versucht Fotos zu machen, aber entweder war es zu dunkel, oder zu dunkel, oder Weihnachten, oder zu dunkel. Jetzt sind die Fotos zu hell und ich wünsche mir eine neue Wohnung und Tageslichtlampen oder eine andere Klimazone.

Und hier nochmal alles in Nahaufnahme. Im Instagramformat.


Mittwoch, 6. November 2013

Guido, wir müssen reden!

Meine Twitterfollower wissen, dass ich hin und wieder gern Shopping Queen auf Vox mit Guido Maria Kretschmer schaue. In letzter Zeit allerdings deutlich weniger gern und das hat auch Gründe.

Diese Woche ist die Sendung auf den bisherigen Tiefpunkt zugesteuert. Es ist mal wieder Dickenwoche. Über Sinn oder Unsinn einer eigenen Plus Size Sendung kann eins sich  streiten, immerhin haben so alle Kandidatinnen ähnlich wenig Möglichkeiten, dank der mickrigen Auswahl in deutschen Innenstädten. Es ist nicht die erste Woche, in der Plus Size Kandidatinnen teilnehmen, aber bisher war es noch nie so extrem schlimm. Vielleicht sinken die Quoten, vielleicht meint die Redaktion sie müsse da mal ein bisschen Schwung rein bringen, ich weiß es nicht. Fest steht: Ich werde die Woche noch zu Ende schauen und dann erst mal eine lange, lange Auszeit von der Sendung nehmen.

Von Beginn an wurde zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit betont dass die Kandidatinnen dick sind (könnte ja vielleicht jemand übersehen...), inklusive aller Klischeebezeichnungen, jede wurde nach Essverhalten und Diäterfahrungen (inklusive thinspo-Methoden) befragt, es gab anekdotenhafte Beschreibungen von Diskriminierung, die allerdings von der Kandidatin weggelacht wurde. Das ist in den "normalen" Sendungen nicht der Fall, Essen und Gewicht werden dort höchstens im Nebensatz thematisiert. Abgesehen vom "Stylecheck" am Anfang der Sendung, bei dem Größe/Alter/Konfektions-/Schuhgröße/Gewicht aufgelistet werden und wo Guido kurz den Stil der Kandidatinnen bewertet und Tipps zu ihrem Figurtyp gibt. Auch nicht schön, aber immerhin wurde sich hier meist auf positives konzentriert. (Nachdem Guidos Buch zum Thema Figurtypen kürzlich erschienen ist, sehe ich das allerdings noch sehr viel kritischer. Das passt doch zu gut zusammen.) Diese Woche sah der Stylecheck allerdings in etwa so aus "Ab dem Knie hat sie ja echt tolle Beine und schön schlanke Fesseln. An jeder dicken Frau ist ja auch irgendwas hübsches. Die Haare, oder der Busen oder so." Danke Guido, dass ich mir jetzt irgendwas an meinem Körper aussuchen soll, das hübsch ist und dann noch sowas absurdes wie Fesseln! Auch zu sagen "In ihr steckt ja eine Dünne!" finde ich perfide und abwertend.

Die Gruppe selbst wirkt ungewöhnlich aufgekratzt und fröhlich. Das mag nun daran liegen, dass da halt 5 besonders fröhliche Frauen zusammen gekommen sind, die einen ähnlichen Humor haben und Spaß zusammen hatten, oder aber es sollte hier das Stereotyp des "lustigen Dicken" bedient werden. Dazu passen würden solche Auswüchse wie die Szene, in der die Kandidatinnen durch einen Garten gehen mit der Ansage "Lasst uns mal was zu Essen suchen!". Sie haben dann eine einzelne Erdbeere gefunden und die geteilt und mit einer großen Portion Schlagsahne gegessen. Das hat mich einigermaßen schockiert, weil eins so etwas von anderen Formaten zwar leidlich gewohnt ist, aber Shopping Queen bisher immer sehr wenig bis gar nicht gescriptet wirkte und mich normalerweise nur in Ausnahmefällen zum seufzen bringt. Die Zeiten scheinen leider vorbei zu sein.

Guidos Kommentare waren schon immer etwas scharfzüngig und tendenziell wertend und an der Grenze zum Beleidigenden. Dabei allerdings immerhin charmant und ich hatte nie wirklich das Gefühl dass die Kandidatinnen bewusst abgewertet wurden. Ich muss gestehen, ich mag Guido eigentlich sehr gern, umso trauriger finde ich das alles. Mittlerweile wirkt er allerdings zunehmend intolerant was Frauenkörper anbelangt, die nicht seinem Idealbild entsprechen. Ich kann seinen Anspruch als Designer, Frauen mit seiner Kleidung möglichst gut aussehen zu lassen zwar verstehen, aber Aussagen dass frau eine bestimmte Körperform (hint: sehr schlank) bräuchte um etwas tragen zu können, ist absolut nicht vertretbar und einschränkend. Wie er die heutige Kandidatin bewertet hat, kam es schon nah an einige der üblichen fettphoben Kommentare auf Twitter, die es bei solchen Sendungen immer gibt. Auch wenn das Kleid wirklich überhaupt nicht saß und gut aussah rechtfertigt keine Rants die letztlich die Kandidatin abwerten.
Außerdem gehen mir die Themen zunehmend auf die Nerven. Viel zu oft geht es darum zu beeindrucken, verführen, sexy zu sein. Natürlich meistens für Männer, weil wir Frauen tun ja grundsätzlich alles nur für Männer und wenn nicht, dann um andere Frauen neidisch zu machen und besser als sie zu sein. Heteronormativer Konkurrenzscheiß, bäh!

Ich bin wirklich sehr enttäuscht, weil ich die Sendung immer gern gesehen habe, aber wenn ich die Reproduktion von Vorurteilen, alberne Stereotypisierungen und Bevormundung von (dicken) Frauen sehen will, dann kann ich das nahezu überall in den Medien finden und brauche keine Sendung die mich unterhalten soll dazu.

Dienstag, 4. Juni 2013

Glam it up!

Es gibt manche Dinge, die sehe ich und die schreien dann laut meinen Namen. Meistens sind das auch Dinge, die selbst eher "laut" sind. (Ein Grund weshalb ich immer zu wenig Basics und dafür viele auffällige Teile im Schrank habe.)
Als ich kürzlich über eine goldene Leggings gestolpert bin, war es bei mir natürlich Liebe auf den ersten Blick. Gerade wo Discopants ganz groß im Kommen sind (und meine von New Look bestellte leider ein Flop war), steht die Leggings definitiv auf meiner to-buy-Liste! Gefunden habe ich sie bei Mia Moda, einem Onlineshop, der mir bisher noch kein Begriff war und der neben Hosen in großen Größen auch noch jede Menge anderer Kleidung und Basics im Angebot hat. Das Beste: Fast alles gibt es bis Größe 62, im Gegensatz zu den meisten anderen Shops, die bei Größe 54 oder 56 aufgeben.
Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, nehme ich die goldene, oder vielleicht doch lieber die in silber? Oder beide? Was meint ihr?


In gold könnte man sie ganz toll mit einem schwarzen Dip Hem Shirt kombinieren, einer Statementkette und auf jeden Fall mit goldenen Nieten.


In silber könnte man dafür einen ultracoolen 90er Spaceman-Look kreieren.  

Ach, all diese Möglichkeiten! :D Ich glaube, ich gehe nochmal in mich und überlege weiter, welche mir am besten gefällt.

Zusamenarbeit mit Mia Moda

Donnerstag, 28. März 2013

FAtQ

Ernähren sich alle Dicken ungesund, sind faul und träge?

Nein. Es gibt natürlich Dicke, die keinen Sport treiben, ebenso wie Dicke, die sich nach gängingen Vorstellungen ungesund ernähren. Genauso gibt es Dicke, die sich bewusst gesund ernähren und sportlich sind. Oder ein Mischmasch aus diesen Punkten. Genau wie bei den meisten anderen Menschen unseres Kulturkreises.

Gibt es gute und schlechte Dicke?

Nein! Der Wert eines dicken Menschen ändert sich nicht, ob er/sie sich gesund ernährt (wobei die Ideen was gesunde Ernährung ist, ohnehin weit auseinander gehen) und Sport macht. Die Idee, dass man als dicker Mensch härter an sich arbeiten müsse, als als dünner ist schlichtweg Blödsinn. Niemand muss irgendetwas mit seinem Körper machen, nur weil er eine bestimmte Körperform hat.

Muss man sich nicht schämen, wenn man dick ist?

Kein Stück! Die Ursachen für Übergewicht sind vielfältig, aber keine davon ist besser oder schlechter als die andere. Muss man sich schämen, wenn man groß oder klein ist? Seine Haare färbt? Mit den Ohren wackeln kann? Eine Brille trägt statt Kontaktlinsen?  Gerne Musik hört? Nicht gerne Musik hört? Nein? Gut, warum sollte man es dann tun, wenn man dick ist?

Ich mag aber keine dicken Menschen!

(Das ist nicht mal eine Frage!)
Es gibt natürlich immer Merkmale an Menschen, die anderen Menschen nicht gefallen. Das ist grundsätzlich auch nichts schlimmes, solange man nicht versucht anderen seine Meinung aufzuzwingen, sie herab zu werten, zu diskriminieren, zu stigmatisieren, zu mobben, etc.

Warum könnt ihr nicht einfach abnehmen?

"Einfach" abnehmen gibt es tatsächlich so nicht. Für die meisten ist es ein harter Kampf gegen den eigenen Körper und sich selbst und das meistes vergebens. Diäten funktioieren nicht und am Ende hat man mehr Gewicht, als man vor der Diät hatte. Lebenslang gegen sich kämpfen oder seinen dicken Körper akzeptieren? Gesund sein kann man trotzdem.

Gibt es etwas, dass ich nicht anziehen darf, wenn ich dick bin? Muss ich Farben meiden? Kleider? Enge Schnitte? Muss man sich vorteilhaft kleiden?

Nein. Nein. Nein. Nein. NEIN! Und vorteilhaft ist Schwachsinn.

Wieso ist vorteilhaft Schwachsinn?

Weil vorteilhaft in den meisten Fällen dünner bedeutet. Sieht man mit 120kg in einem "vorteilhaften" schwarzen Sack dünn aus? Wenn das irgendein Schneider der Welt hinbekommt, verdient er einen Orden.
Vorteilhaft heißt meistens auch unscheinbar, es entspringt der Geisteshaltung, dass man als dicker Mensch gefälligst verschämt und ständig auf Diät zu sein hat. Sich nicht toll finden und laut und bunt und schräg sein darf, wenn man will. Am Ende noch selbstbewusst, wo kommen wir denn da hin?

Wieso machst du hier überhaupt Werbung für's Dicksein und stellst das in einem positiven Licht dar?

Kein einziger dicker Blogger möchte andere Menschen dazu animieren zuzunehmen. Niemand möchte seine Leser dazu verführen jetzt auch dick zu werden. Wo wäre da auch der Nutzen?
Eine positive Selbstdarstellung von dicken Menschen in größeren Rahmen ist längst überfällig. Wobei positiv trifft es da auch nicht ganz. Eine Darstellung die nicht auf Vorurteilen, Klischees, Stigma und diskriminierendem Schwachsinn basiert trifft es eher. Wir müssen davon weg kommen Dicke entweder als bedauernswerte Trauerkloße oder als lustige Spaß-Wuchtbrummen darzustellen. Wir sind normale Menschen und verdienen dieselbe Behandlung wie alle anderen Menschen auch!
Wenn die bloße Darstellung als Mensch, der Spaß an Mode, am Leben, am Essen hat und der mit sich im Reinen ist, schon solche Gedanken hervorruft, dann läuft irgendwas grundlegend falsch!

Aber man kann sich doch nicht mögen, wenn man dick ist! DAS GEHT DOCH NICHT!! UND DENK DOCH MAL AN DIE SPÄTFOLGEN!!!

Tatsächlich ist nicht in Stein gemeißelt, dass man chronische Krankheiten bekommt, überhaupt krank wird, oder früher stirbt. Zu anderen geht das niemanden außer mich selbst etwas an. Und selbst wenn: Niemand schuldet es anderen gesund und fit zu sein. Gibt es ein deutsches Wort für "ableism"?

Aber wir alle müssen doch dafür zahlen?!

Interessanterweise wird selten gesagt: "Aber du rauchst doch, wie kannst du das tun, wenn ich dann für dich zahlen muss?" Dasselbe gilt bei Menschen, die viel Sport treiben (Verletzungsgefahr), Diäten halten (ungesund und Möglichkeit eine Essstörung zu entwickeln), Menschen mit chronischen Krankheiten, etc. Warum wird ein (Leistungs-)Sportler, der seinen Körper "schindet" und evtl sogar mittels Doping den Effekt seines Trainings verstärken will gefeiert, während ein dicker Mensch sich für seine bloße Existenz rechtfertigen muss. Hallo Doppelmoral!

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie kann ich mein Verhalten gegenüber dicken Menschen verbessern?

Bravo! Hier sind ein paar nützliche Tipps.
Für den Anfang begegne ihnen doch mit Respekt und wenn du dir nicht sicher bist, frag doch einfach, hör zu und lerne!


to be continued

Freitag, 8. Februar 2013

Plus Size Wishlist

 Eigentlich wollte ich ja schon vor Ewigkeiten bei der von Katrin ins Leben gerufenen Aktion mitgemacht haben, aber dann bin ich ja umgezogen und danach habe ich es irgendwie immer wieder vergessen. Praktischerweise ruft Bon Prix im Zuge eines geplanten Designcamps im März für Plus Size Blogger nun noch einmal dazu auf, seine Wünsche mitzuteilen. Unter den Teilnehmern werden dann die letzten drei Plätze verlost. Das nehme ich dann nun als Gelegenheit endlich mal in die Pötte zu kommen. ;)

Mein erster Wunsch: SAMT
Vielleicht ist der Trend schon wieder etwas vorbei, aber ich liebe Samt einfach. Am liebsten in Schwarz. Nur Pannesamt ist etwas heikel, der sieht schnell billig aus.

Das sind jetzt nur Kleider, gilt aber prinzipiell für alle Kleidungsstücke. Ich bin nun mal ein Fan von Kleidern, daher die etwas einseitige Präsentation. Die kleine Brustkorbkette gehört übrigens zum Kleid. <3

Das zweite Feld, das nicht genug abgedeckt wird. sind SHORTS
Ich liebe Shorts, leider ist die Auswahl in Übergrößen nicht besonders groß.


Der letzte Punkt ist eigentlich sehr vielfältig und fasst sich zusammen mit: MUTIG, AUSGEFALLEN, NAH AM TREND
Vielleicht der schwierigste Wunsch, weil die Devise oft immer noch "dick = unauffällig und schmeichelhaft anziehen" lautet.

Das sind nur ein paar meiner Wünsche. Eigentlich könnte ich noch ewig so weiter machen.

Die Fotos sind allesamt von Topshop, New Look, Miss Selfridge und River Island entliehen, gehören nicht mir und dienen als Beispiele.

Sonntag, 11. November 2012

Inclusive - und dann?

Diesen Post will ich jetzt schon seit Wochen verfassen, war aber bisher immer zu faul. Glücklicherweise hat Pausbacke jetzt über sehr ähnliches Thema geschrieben und Katrin plant auch einen ähnlichen Beitrag, also kommen jetzt endlich meine Gedanken zum Thema Plus Size Mode in Deutschland und Exklusivität, die nicht immer was Gutes bedeutet.

Es ist ja nun bereits eine ganze Weile her, dass H&M ihre Inclusive Kollektion heraus gebracht hat, die es in "allen" Größen von 32 bis 54 gab. Für jeden das Gleiche also, ohne kleine BIB Ecke, mit vielen lieblos designten Sackteilen.
Ich war damals sehr euphorisch, denn einige Teile gefielen mir sehr und tun dies heute auch noch. Allerdings war ich auch zeimlich sicher, dass dies am Ende nur eine modische Eintagsfliege sein würde und sich in Sachen H&M+ nicht viel tun würde und leider sollte ich Recht behalten. Das sieht man nicht zuletzt an der aktuellen "Grey" Kollektion, die es sage und schreibe bis Größe 40 (!!!) gibt.

H&M (und fast alle anderen Anbieter) besteht leider weiterhin darauf, dass man als dicker Mensch gefälligst die paar Bröckchen zu nehmen hat, die man hingeworfen bekommt. Das heißt in erster Linie, dass das Frustrationslevel sehr hoch ist. Ich war die Tage in Mannheim und bin dort in den H&M. Reingelockt hatte mich der Aufbau direkt am Eingang mit vielen Pailetten und Glitzer. Ich bin da wie eine Elster, wenn etwas glitzert bin ich interessiert. Da laufe ich also an dem Glitzer vorbei, sehe links noch einen großen Stapel mit Lurex Pullovern in tollen Bonbonfarben, als mir plötzlich wieder einfällt, dass ich ja dick bin und damit in den Augen der Modeindustrie solche Klamotten nicht tragen möchte. Oder mich nicht traue. Oder vielleicht nicht einmal verdiene. Denn das ist es doch, was mir die hiesige Modeindustrie vermittelt. Jedenfalls habe ich auf dem Absatz kehrt gemacht und bin wieder raus, die Übergrößenecke kennt man ja in und auswendig.

Im Gegensatz zum großen Angebot in den "regulären" Größen. Ich hasse es, wenn ich durch den H&M gehe und tolle Teile sehe, die ich sofort tragen würde, aber dann an ihnen vorbei gehen muss um zur Dickenecke zu kommen. Es kommt mir so vor, als sitzen da ein paar Designer zusammen, die sich freuen, dass sie gerade eine ganz tolle neue Kollektion designt haben und dann kommt ein Spielverderber um die Ecke und ruft in den Raum. "Sorry Leute, wir müssen ja noch ein paar Fummel für die Dicken entwerfen, vergesst mal alles was ihr eben gemacht habt und dann geht's los!" (Natürlich gibt es auch mal ein paar hübsche Sachen in der H&M+ Kollektion, aber die sind eher die Ausnahme.)
Nicht dass man viele der Teile nicht auch einfach ein paar Nummern größer machen könnte, ohne den Schnitt verändern zu müssen, sodass sie auch für dicke Menschen problemlos tragbar wären. Das regt mich bei Primark auch immer sehr auf. (Ich weiß, ist eine irische Kette, aber eben sehr präsent auf dem deutschen Markt, wie H&M ja auch.) Eine Größe 20 (dt. 48) ist knapp unter dem in das ich mich reinquetschen könnte. Warum nicht einfach noch 3-4 Nummern größer? Weil das keiner kaufen würde? Haha?

Ich will gar nicht nur auf H&M herumhacken, das Problem betrifft ja nicht nur sie, dort gibt es immerhin eine Übergrößenkollektion. Bei 90% der Geschäfte in der Stadt geht man jenseits der magischen 42/44/46 ja direkt mal ganz leer aus. Es ist sogar soweit, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie man als dünnerer Mensch einkaufen gehen kann, wenn jeder Laden tolle Kleidung in deiner Größe anbietet, wie kann man sich da entscheiden? So viel Überfluss kann ich mir nicht mal vorstellen.

Meine Einkaufserlebnisse, wenn ich in der Stadt bin, sind eher so, dass ich lustlos durch den M&S schlendere, mich ärgere, dass dort alles eher für ältere Semester designt ist und dass sie die Obergrenze von 54 auf 52 herabgesetzt haben. Dann vielleicht einmal in die Clockhouse XL Ecke bei C&A, bloß schnell an der normalen Dickenabteilung vorbei und eventuell dann nach H&M, vielleicht ist ja ein Wunder geschehen. Ulla Popken meide ist in der Regel ganz. Zu teuer, zu altbacken - nein danke.

Wenn ich dann doch mal auf der Suche nach Accessoires in normale Klamottengeschäfte gehe, husche ich meist nur schnell durch, weil ich mich da nicht wohl und schon gar nicht willkommen fühle. Sondern eher wie ein Eindringling, der dort nichts zu suchen hat. Im Endeffekt bin ich es doch auch, würden sie sonst nicht daran denken vielleicht auch Sachen in meiner Größe anzubieten?
Eine schwachsinnige Überlegung natürlich. Mein Geld ist nicht schlechter, als das von dünneren Menschen, aber dennoch scheint die deutsche Modeindustrie in dem Punkt im Dornröschenschlaf zu verweilen, was ich beim besten Willen nicht verstehe. Nicht nur, dass man als Konsument unzufrieden ist, aus wirtschaftlicher Sicht ist das doch auch völlig sinnfrei diese ganze wachsende Zielgruppe einfach links liegen zu lassen. Es heißt doch immer so drohend, dass die Menschen immer dicker werden, wo bleibt also das Angebot?

Da ist man in UK schon weiter. Natürlich kann man argumentieren, dass man dort eh modischer ist als hier, aber entscheidend ist doch das Gefälle zwischen "normalen" und Übergrößen. Wenn ich mir z.B. New Look, Asos Curve, Littlewoods oder Simply Be (wohlegemerkt das britische, das deutsche ist teilweise doch sehr abgespeckt und überteuert) ansehe, dann finde ich dort schon vieles das mir richtig gut gefällt und nicht nur schlimm gemusterte Säcke. Aus genau diesem Grund landet mein Geld dann auch dort und nicht in deutschen Geschäften.
Ich weiß jetzt nicht ob es dort wesentlich mehr dicke Menschen als hier gibt und auch dort ist nicht alles perfekt, aber man ist wesentlich weiter als hier.
Zum Glück kann man in Zeiten des Internets und von Paypal natürlich dort auch einkaufen, aber es ist eben doch schön, wenn man direkt anprobieren kann, keine Versandkosten zahlen muss und auch nicht für den Rückversand nach UK aufkommen muss. Wie viel toller es ist, viele schöne Kleider anprobierbereit in einem Laden zu haben, habe ich in Antwerpen gesehen.

Schöne Kleidung kann einem so viel an zusätzlichen Selbstbewusstsein geben. Umgekehrt weiß ich aus jahrelanger leidvoller Erfahrung, wieviel schlechter man sich fühlt, wenn man immerzu gezwungen ist Kleidung zu tragen, die einem nicht gefällt oder die bestenfalls einen Kompromis darstellt. Gleichzeitig ist das doch ein riesiger ungenutzter Markt, warum nicht eine Win-Win-Sache daraus machen?

Es ist in den letzten Jahren besser geworden, aber es ist noch ein weiter Weg. Also, Modeindustrie, krieg deinen Hintern hoch und mach uns glücklich!